Das große Hamburger-Derby stand vor der Tür. Am Freitag trafen in der Bundesliga nach 14 Jahren der 1. FC St. Pauli sowie der Hamburger SV aufeinander. Nach 25 Minuten sorgte das Match für reichlich Gesprächsstoff im Stadion und in der Fangemeinde.
„Warum hat der Schiedsrichter abgepfiffen?“ Das fragen sich wohl viele Menschen nach der Fehlentscheidung von Schiedsrichter Christian Dingert im packenden Hamburger-Duell. Doch hat er wirklich falsch gehandelt?
Kommentatoren sind fassungslos
Das Aufeinandertreffen von St. Pauli und dem HSV wurde von dem Vater-Sohn-Duo Cornelius und Hansi Küpper kommentiert, die das Spiel für Sky begleiteten. Nach einem Gerangel zwischen Torunarigha und Hountondji auf dem Weg zum Tor des Hamburger SV wurde es brisant. Es wurde gezerrt, am Arm gegriffen … und plötzlich kam der HSV-Spieler aus dem Gleichgewicht. Freie Bahn für Stürmer Hountondji auf dem Weg zum Tor. Und dann kam der Pfiff!
Eine herbe Enttäuschung für die Paulianer
Bitter, wirklich bitter. Nach dem erfolgreichen Zweikampf auf dem Weg zum gegnerischen Tor legte Hountondji den Ball locker rüber zum mitgelaufenen Mathias Pereira Lage. Dieser überlistete Türhüter Daniel Heuer-Fernandes und schoss den Ball mit einer Leichtigkeit ins Tor. Doch der Treffer zählte nicht – zum Unverständnis vieler im Stadion und vor den Fernsehern.
Dingert sieht seinen Fehler ein
Im Moment des Geschehens war sich Schiri Dingert sicher, dass ein Stürmerfoul vorlag. Bei Sky erklärte er:
„Ich war mir in der Situation sehr sicher, dass im letzten Moment ein Stürmerfoul vorlag. Deswegen habe ich das aus dieser Position sofort entschieden, weil ich mir sicher war.“
Rückblickend ließen die Bilder auch den Schiedsrichter an seiner eigenen Entscheidung zweifeln. Er fügte hinzu:
„Wenn ich mir die Bilder im Nachgang anschaue, wäre es wahrscheinlich besser gewesen, das Ganze weiterlaufen zu lassen. Weil entsprechend nichts Klares zu sehen ist, ein ganz normaler Zweikampf. Nächstes Mal laufen lassen. Weil das Bild gibt es eigentlich nicht her.“
Zu früh abgepfiffen – kein Anfängerfehler
Das Ding hätte nicht frühzeitig abgepfiffen werden dürfen. Selbst wenn der Schiri der Meinung ist, dass ein Stürmerfoul vorliegt, dann muss er die Szene erst einmal weiterlaufen lassen. Das Kommentatorenpaar war außer sich. Fassungslos. Dabei ist Schiedsrichter Dingert nicht erst seit Kurzem im Amt. Es ist nicht möglich, das fälschlicherweise gewertete Stürmerfoul zurückzunehmen. Gut für den HSV, schmerzlich für die Paulianer.
Christian Dingert unter Druck beim Hamburger Derby
Das Stürmerfoul war wohl nicht die einzige Fehlentscheidung des eigentlich erfahrenen Schiedsrichters in der Partie. Beim Match HSV gegen FC St. Pauli stand Dingert vermutlich unter Druck. Auch in der 33. Minute sorgte seine Entscheidung bei Vater Küpper für Verwunderung.
Es handelte sich um eine vermeintliche Abseitsstellung, auf die der Moderator wie folgt reagierte:
„Ich frage mich auch hier wieder: Haben wir in den letzten acht Jahren nicht richtig zugehört?“
Der FC St. Pauli entschied das Ding für sich
Trotz aller Erschwernisse konnten die Paulianer den Sieg einfahren und beendeten die nervenaufreibende Partie mit einem glorreichen 2:0. Die Tore schossen Adam Dzwigala (19. Minute) und Andreas Hountondji (59. Minute). Dennoch sind sich viele einig, dass Pauli in dieser Auseinandersetzung ganz klar bestohlen wurde.