Club distanziert sich entschieden von Banner für verstorbenen Neonazi

Nürnberg (SID) – Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg hat sich mit klaren Worten von einem Banner distanziert, mit dem Unbekannte an einen verstorbenen Neonazi erinnern wollten. „Eine öffentlich bekundete Trauer über eine Person, die sich politisch derart extrem positioniert hat, wird immer auch als politische Botschaft verstanden werden. Und die damit verbundene Botschaft steht den Werten, für die der 1. FC Nürnberg steht, diametral entgegen“, teilte der Club auf seiner Homepage mit. 

Irritationen löste in diesem Zusammenhang die „Rot-Schwarze Hilfe“ (RSH) aus. Sie ist ein Zusammenschluss von Juristen, der Fans bei Schwierigkeiten mit der Polizei vertritt. Die RSH öffnete für den verstorbenen Neonazi, als Club-Anhänger ein Dauergast in der Nordkurve, ein Kondolenzbuch im Internet. Dieses ist mittlerweile aus dem Netz verschwunden. Gleiches gilt für die Erklärung der RSH, man habe es schließen müssen, weil es „für politische Zwecke missbraucht“ worden sei.

Dabei galt der Mitte September verstorbenen Christian K. nach Informationen der Süddeutschen Zeitung als einer der führenden Neonazis in Bayern und zudem als Schlüsselfigur der rechtsextremen Musikszene. Das Transparent für den glühenden Club-Fan war in der vergangenen Woche am Außenzaun des Max-Morlock-Stadions angebracht worden. Der neunmalige deutsche Meister teilte mit, er arbeite bereits an der Aufklärung des Falls „und wird sich dafür einsetzen, dass sich so etwas nicht wiederholt“. 

Das Banner war versehen mit der Signatur „Nordkurve Nürnberg“. Dabei handelt es sich um einen Dachverband aktiver Fans des FCN. Der Club betonte in seiner Stellungnahme, er könne es „nicht nachvollziehen, dass sich einzelne Personen oder eine Gruppe von Fans in der Form positioniert, für alle Menschen in der Nordkurve zu sprechen“. Er verwies auf „Rückmeldungen von Fans aus der Nordkurve Nürnberg und darüber hinaus, die das Spruchband ebenfalls auf das Schärfste verurteilen“.

Nürnberg distanziert sich von Banner. ©SID ANDREAS GEBERT

Fotos: SID