Homophobie: Donovan-Team verlässt den Platz

Köln (SID) – Skandal in der zweiten nordamerikanischen Fußball-Profiliga: Teammanager Landon Donovan von San Diego Loyal hat in der Begegnung mit Phoenix Rising nach angeblich homophoben Äußerungen eines gegnerischen Profis für einen Spielabbruch gesorgt.

Wie der frühere Angreifer von Bayern München berichtete, soll sein offen homosexueller Spieler Collin Martin kurz vor der Halbzeitpause beleidigt worden sein. Donovan forderte seinen Trainerkollegen Rick Schantz auf, den vermeintlichen Übeltäter Junior Flemmings auszuwechseln – vergeblich. Daraufhin verließen die Loyal-Akteure beim Stand von 3:1 unmittelbar nach dem Seitenwechsel den Platz.

Damit vergab San Diego seine letzte Chance auf das Erreichen der Play-offs, doch das war für Donovan Nebensache. „Wir haben uns, unserer Gemeinde, den Spielern, dem Klub und der USL geschworen, dass wir nicht für Intoleranz, homophobe Beleidigungen und andere Dinge stehen wollen, die nicht zu unserem Spiel gehören“, sagte Donovan, der auch Vize-Präsident des Klubs ist.

Die USL leitete eine Untersuchung ein. Flemmings beteuerte seine Unschuld und gab eine Solidaritätserklärung für die Bewegung LGBTQ+ ab, die sich unter anderem für die Rechte Homosexueller einsetzt.

Aus Sicht von Donovan hatte der Vorfall eine Vorgeschichte: In der vergangenen Woche wurde San Diegos Profi Elijah Martin im Duell mit LA Galaxy II (1:1) von Gegenspieler Omar Ontiveros rassistisch beleidigt (N-Wort). Ontiveros wurde mit einer Geldstrafe und einer Sperre für sechs Spiele belegt, Galaxy trennte sich von ihm.

Donovans Schützling soll homophob beleidigt worden sein. ©SID NOAH BERGER

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