Neuer Fußball-Kalender: Europas Verbänden droht Milliarden-Verlust

Köln (SID) – Den europäischen Fußball-Verbänden droht bei einer Neugestaltung des internationalen Fußball-Kalenders inklusive einer WM im Zwei-Jahres-Rhythmus ein Verlust von bis zu drei Milliarden Euro in vier Jahren. Das ist das Ergebnis einer Studie der englischen Agentur Oliver and Ohlbaum, die den 55 UEFA-Mitgliedern am Dienstag präsentiert wurde und die der französischen Zeitung Le Monde vorliegt.

Der Weltverband FIFA denkt derzeit für den Zeitraum ab 2024 über einen neuen WM-Rhythmus nach. Weil dann auch Kontinentalturniere wie die EM in jedem ungeraden Jahr stattfinden würden, sollen aus den fünf kurzen Länderspielfenstern pro Jahr ein oder zwei lange Fenster werden. „Es wird mehr bedeutsame und weniger sinnlose Spiele geben“, hatte FIFA-Entwicklungsdirektor Arsene Wenger zuletzt gesagt.

Die UEFA hatte als Reaktion im September eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, die sich mit den potenziellen Auswirkungen eines neuen Fußball-Kalenders für den europäischen Fußball beschäftigte. Die Agentur bezifferte die drohenden Verluste nun auf bis zu 2,5 Milliarden (bei zwei Fenstern im Oktober und März) oder gar drei Milliarden Euro (nur ein Fenster im Oktober). Besonders bei den Tickets, Broadcastern und Sponsoren seien demnach fehlende Einnahmen zu erwarten.

Vor allem die für vier oder fünf Fenster pro Jahr schon verkauften TV-Rechte könnten Probleme erzeugen. Zudem seien weniger verkaufte Tickets zu erwarten, weil viele Spiele in immer gleichen Stadien zu erwarten seien. All dies würde auch den Sponsoren nicht gefallen, die während des gesamten Jahres präsent sein wollen. 

Die Studie warnt zudem vor einer zu hohen mentalen Belastung für die Spieler sowie bei nur einem Länderspielfenster vor einer sechsmonatigen Phase ohne Pflichtspiel für Teams, die sich nicht für ein Turnier qualifizieren. Befürchtet wird zudem eine Verlust der Bedeutung der Frauen-Turniere sowie des Fußball-Turniers bei Olympia.

Die FIFA denkt über eine WM im Zwei-Jahres-Rhythmus nach. ©SID ALEXANDER NEMENOV

Text und Fotos: SID

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