Nordmazedonien fordert „härteste Strafe“ für Arnautovic – keine UEFA-Untersuchung

Bukarest (SID) – Der nordmazedonische Fußballverband FFM hat nach den Schimpftiraden des österreichischen Nationalspielers Marko Arnautovic die „härteste Strafe“ von der UEFA gefordert. Der Verband verurteilte in einem Statement „den nationalistischen Ausbruch“ des Österreichers gegenüber Flügelspieler Ezgjan Alioski und richtete ein offizielles Schreiben an die Europäische Fußball-Union (UEFA).

Der Verband betonte, immer „gegen Nationalismus, Diskriminierung und alle anderen Formen von Beleidigungen und Ausbrüchen“ zu sein, die „nicht im Sinne des Fußballs sind und unseren gemeinsamen Werten widersprechen“. Der frühere Bremer Arnautovic hatte am Montag für seine Entgleisungen beim Torjubel in der 89. Minute zum 3:1-Endstand im Auftaktspiel gegen EM-Neuling Nordmazedonien um Entschuldigung gebeten.

„Ich bin kein Rassist und werde niemals einer sein“, sagte Arnautovic: „Ich habe mich gefreut. Natürlich sind da Worte gefallen, die auch mir wehgetan haben. Es war einfach ein emotionales Gefecht.“ Der 32-Jährige bat mehrmals um Verzeihung, er wolle „für die ganze Menschheit und für die ganze Welt sagen: Entschuldigung dafür!“, betonte er im ORF.

Die UEFA nahm „keine Untersuchungen“ auf, wie ein UEFA-Sprecher auf SID-Anfrage gesagt hatte. Auch nach der Forderung des nordmazedonischen Verbandes wird der Kontinantalverband nicht einschreiten. Das liegt an den Regularien: Wenn nicht unmittelbar nach einem Vorfall ermittelt wird, gibt es auch in der Folge keine Untersuchung. Das stellte die UEFA am Dienstag klar.

Arnautovic will sich nach dem Spiel derweil mit Alioski ausgesprochen und am Montag schließlich das Gespräch mit Nordmazedoniens Kapitän Goran Pandev gesucht haben. „Er ist ein guter Freund von mir und hat mir auch gesagt, vergiss alles, ich weiß, wie es im Fußball läuft und wie die Emotionen sind“, meinte Arnautovic.

Auf Instagram richtete Arnautovic zudem die Worte „Më falni“, was „Entschuldigung“ auf Albanisch bedeutet, an seine Follower. Alioski ist albanischer Abstammung, Arnautovic hat serbische Wurzeln. Beide Nationen stehen seit Jahrzehnten im Konflikt.

Marko Arnautovic (M.) entschuldigt sich für Entgleisung. ©SID DANIEL MIHAILESCU

Text und Fotos: SID

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