Präsident Uli Hoeneß – 49 Jahre Beim FC Bayern München

Uli Hoeneß
Uli Hoeneß - Fingerhut / Shutterstock.com

Ulrich „Uli“ Hoeneß ist am 5. Januar 1952 in Ulm geboren, er ist ehemaliger deutscher Nationalspieler und amtierender Präsident des FC Bayern München. Uli Hoeneß hat im Profifußball sowohl als Spieler, als auch als Funktionär, unzählige Erfolge gefeiert. Obwohl er lediglich sieben Jahre als Profi aktiv war zählte er zeitweise zu den besten der Welt, das bestätigte er unter anderem mit dem Weltmeistertitel im Jahr 1974.

Der langjährige Bayern Funktionär wird sich am 15. November 2019 nicht erneut zur Wahl für das Präsidentenamt aufstellen lassen und räumt somit seinen Posten. Aufgrund seiner tiefen Verbundenheit mit dem FC Bayern München wird er jedoch immer ein Teil des Vereins sein. Im Folgenden befindet sich ein Überblick über die beachtliche Karriere des Ulmers. Wie jeder Werdegang ist auch der Weg von Uli Hoeneß von diversen Hoch- und Tiefpunkten geprägt. Wie ist es beispielsweise dazu gekommen, dass der einst „schnellste Spieler Europas“ in der Abstiegssaison 1978/1979, in neun Spielen kein einziges Tor erzielen konnte?

Uli Hoeneß in der Jugend

Als damals 17-Jähriger wurde Hoeneß in der Amateurliga bei TSG Ulm 1846 Vereinstorschütze und spielte sich so in den Fokus des FC Bayern München. Im darauffolgenden Jahr wechselte Hoeneß zu den Bayern, er debütierte bereits am ersten Spieltag, hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch lediglich einen Amateurvertrag.

Hoeneß spielte sich in der Startelf neben fußballerischen Größen wie Paul Breitner, Franz Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier fest. Schon früh feierte er auf nationaler Ebene diverse Erfolge, innerhalb seiner ersten vier Saisons in München gewann er einmal den DFB Pokal und dreimal die Deutsche Meisterschaft.

Internationaler Ebene

Auf internationaler Ebene war er als Spieler mindestens genauso erfolgreich. Dort konnte er den Europapokal der Landesmeister: 1973/74, 1974/75, 1975/76 und sogar den Weltpokal im Jahr 1976 verbuchen. Man kann also, dass Hoeneß, innerhalb von fünf bis sechs Jahren, mit dem FC Bayern München alles gewonnen hat, was auf der Vereinsebene von Bedeutung ist.

Im Finale des Europapokals der Landesmeister erlitt Hoeneß jedoch eine schwere Knieverletzung, nach einer Ausfallzeit von rund sechs Monaten war es ihm danach nicht möglich an seine vorherigen Leistungen anzuknüpfen. Gegen Ende der 1970er Jahre blieben daraufhin auch die großen Erfolge aus und Hoeneß verlor schließlich sogar seinen Stammplatz.

Mit der Leihe zum abstiegsgefährdeten Club aus Nürnberg besiegelte er schließlich sein sportliches Schicksal. In den neun Spielen für die Cluberer war es ihm nicht gelungen ein einziges Tor zu erzielen. Hoeneß beendete seine aktive Karriere, gezeichnet durch die schwere Verletzung, welche einen irreparablen Knorpelschaden nach sich zog.

Uli Hoeneß als Nationalspieler

Auch die internationale Karriere des Uli Hoeneß verlief nach einem ähnlichen Muster. Schnell spielte er sich in der deutschen Nationalelf fest. Sein Debüt gab Hoeneß erst 1972, einen Monat vor der Europameisterschaft. Da er auf ganzer Linie überzeugte wurde er für das Turnier nominiert und wurde dort zum Schlüsselspieler und wurde von den Fans gefeiert. Deutschland triumphierte am Ende im Finale gegen die Sowjetunion und so war der junge Ulmer schon mit 20 Jahren Europameister.

Bei der WM 1974 war Hoeneß ein noch wichtigerer Faktor, er war bereits gesetzter Stammspieler und absolvierte alle sieben Spiele. Schon im Alter von 22 war er damit amtierender Europa- und Weltmeister. Bei der EM 1976 hatte Hoeneß im Finale den entscheidenden Elfmeter verschossen, Deutschland wurde nur Zweiter. Genau so schnell wie er sich festspielte verschwand er auch wieder aus der Nationalelf. Sein letztes Spiel für Deutschland absolvierte er 1976 im Alter von 24.

Die Karriere als Funktionär des FC Bayern München

Nach dem unausweichlichen Karriereende, bedingt durch seine Knieverletzung, wird Hoeneß der neue Manager der Bayern. Mit nur 27 Jahren ist er damit der jüngste Manager der Bundesliga. Zu den ersten Transfers zählt unter anderem sein eigener Bruder, Dieter Hoeneß. Uli verpflichtete ihn damals für 150.000 Mark vom VFB Stuttgart.

Einige Top-Transfers folgen in den Jahren danach, unter anderem die Verpflichtungen von Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Oliver Kahn und Franck Ribéry werden dem gebürtigen Ulmer zugeschrieben. Schon früh feierte er auch als Manager Erfolge, die ersten beiden Saisons beendete er jeweils als Deutscher Meister, im dritten Jahr konnte er den DFB-Pokal in die Höhe strecken. In seine Amtszeit als Manager fallen insgesamt 16 deutsche Meisterschaften, 9 DFB-Pokal Siege und jeweils ein Sieg der Champions League, des Weltpokals und des UEFA Pokals.

Damit hat Hoeneß den FC Bayern München zum ersten deutschen Fußballverein gemacht, der alle bedeutenden internationalen Titel abgeräumt hat. Von 2002 bis 2009 war Hoeneß stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bayern, anschließend kandidierte er 2009 als Präsident und wurde mit 99,3 Prozent der ausgewerteten Stimmen gewählt. Dieses Amt bekleidet Uli Hoeneß, mit einer kurzen Unterbrechung von 2014 bis 2016, heute noch.

Auch in seiner Zeit als Präsident war er dabei äußerst erfolgreich. In der Saison 2012/2013 konnten die Münchener damit ihre beste Saison aller Zeiten feiern, es gelang das Triple aus der nationalen Meisterschaft, dem DFB-Pokal und der Champions League. Uli Hoeneß war maßgeblich daran beteiligt, dass der FC Bayern München in der Lage war dieses Meisterstück zu vollbringen, da er das heutige Bayern München Imperium aufgebaut und geprägt hat.

Obwohl Uli Hoeneß bereits angekündigt hat, sich am 15. November dieses Jahrs nicht erneut zur Wahl als Präsident aufstellen zu lassen, wird er für immer ein großer Bestandteil des Vereins bleiben. Trotz vieler Kritiker muss man neidlos anerkennen, was Uli Hoeneß für den FC Bayern München und den gesamten deutschen Fußball geleistet hat. Er wird für immer in den Erinnerungen seiner Fans, aber auch seiner Gegner bleiben, auch wenn er nicht mehr aktiv in das deutsche Fußballgeschehen eingreift.