Streit zwischen Neapel und Liga stellt Corona-Regeln auf Prüfstand

Köln (SID) – Der Verzicht des SSC Neapel auf das Topspiel am Sonntagabend beim italienischen Fußball-Meister Juventus Turin wegen mehrerer Corona-Fälle in Team und Klub stellt womöglich den COVID-19-Konsens zwischen dem nationalen Sport und der Regierung auf eine ernste Belastungsprobe. Die Liga drohte Napoli am Sonntag mit Hinweis auf eine Vereinbarung mit der Politik mit einer Wertung der Begegnung als 0:3-Niederlage, während der Verein sein Verhalten mit einem Reiseverbot durch die lokalen Gesundheitsbehörden begründete.

Nach Ansicht des Ligaverbandes hätte Napoli trotz der positiven Tests bei zwei Spielern und einem Vereinsmitarbeiter nach Turin reisen müssen. Die entsprechenden Richtlinien sähen für solche Fälle wie in Neapel vor, dass eine Mannschaft mit negativ getesteten Spielern anzutreten hätte. Napoli hingegen betonte die Autorität der Gesundheitsbehörden in seiner Stadt, die eine Reise untersagt hatten. Der Klub schickte seine Profis in Heim-Quarantäne, die nur für die Fahrt zum und Teilnahme am Training unterbrochen werden soll.

Tatsächlich sind in Italiens Anti-Corona-Regeln für den Sport vereinzelte Infektionen kein Absagegrund. Bei verschiedenen Spielen war nach diesen Vorgaben auch verfahren worden. Im Gegensatz dazu war das Match FC Genua gegen FC Turin am Samstag abgesetzt worden, nachdem Genua 22 Corona-Fälle gemeldet hatte.

Zwei positive Coronafälle beim Team von Trainer Gattuso . ©SID LLUIS GENE

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