Wirtz nach Doppelpack im EM-Halbfinale: „Unbeschreiblich“

Köln (SID) – Jungstar Florian Wirtz konnte nach seinem Doppelpack im Halbfinale der U21-EM sein Glück kaum fassen. „Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist so schön, dass ich den Jungs und auch dem Team drumherum das hier schenken konnte. Heute hatte ich auch ein bisschen das Glück auf meiner Seite, und das habe ich ausgenutzt“, sagte der 18-Jährige nach dem 2:1 (2:0) gegen die Niederlande.

Wirtz hatte mit zwei Toren in den ersten acht Minuten den Grundstein zum Sieg gelegt, sein 1:0 nach 29 Sekunden war das schnellste Tor der U21-EM-Geschichte. „Der Rekord interessiert mich nicht so“, sagte Wirtz, vielmehr freue er sich über seine ersten Tore im DFB-Trikot. „Ein Tor zu schießen ist immer schön. Aber das waren die ersten überhaupt. In so einem Spiel für mein Land zu treffen, das ist einfach schön“, sagte der Offensivspieler von Bayer Leverkusen.

Im März war Wirtz sogar bei der A-Nationalmannschaft im Einsatz gewesen, trotz dieses rasanten Aufstiegs will er bescheiden bleiben. „Die letzten zwölf Monate gingen sehr schnell und mit vielen Erlebnissen vorbei. Aber ich habe von meinen Eltern immer mitgegeben bekommen, dass ich einfach auf dem Boden und immer der gleiche bleibe. Das wird sich auch nicht ändern“, sagt der jüngste deutsche U21-Nationalspieler der Geschichte.

DFB-Trainer Stefan Kuntz warnte derweil vor übertriebenen Erwartungen. „Wir sollten den Ball flachhalten. Im letzten Spiel gegen Dänemark hat er laut den Kritikern enttäuscht, jetzt wird er in den Himmel gehoben. Ein bisschen Mittelmaß ist da besser. Er ist ein sehr junger Mensch, der schon mit sehr viel Erfolg und vielen Schlagzeilen umgehen muss“, sagte Kuntz.

Parallel zur U21-EM wartet Wirtz derzeit auf seine Abitur-Ergebnisse. Für den Titelgewinn am Sonntag im Endspiel gegen Portugal (21.00/ProSieben) würde er sogar die eine oder andere schlechtere Note in Kauf nehmen. „Ich würde auf jeden Fall lieber das Turnier gewinnen statt ein gutes Abi zu haben“, sagte Wirtz mit einem Augenzwinkern und fügte an: „Hauptsache bestehen.“

Florian Wirtz hat im Halbfinale gegen die Niederlande das schnellste Tor in der Geschichte der U21-Europameisterschaften erzielt. Der 18-Jährige von Bayer Leverkusen traf nach UEFA-Angaben nach exakt 29 Sekunden zum 1:0 und war damit zwölf Sekunden schneller als David Rozehnal im Jahr 2002. Der Tscheche hatte in Zürich ebenfalls im Halbfinale gegen Italien nach 41 Sekunden getroffen.

Die Tschechen gewannen damals die Begegnung in der Verlängerung und wurden später auch Europameister.

Wirtz will am Boden bleiben. ©SID ATTILA KISBENEDEK

Text und Fotos: SID

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