Das letzte DDR-Fußball-Länderspiel

Der letzte Held in einem Länderspiel der DDR-Fußball-Auswahl hieß Matthias Sammer. In der 293. und letzten Partie in den Annalen erzielte der spätere EM-Champion und Europas Fußballer des Jahres von 1996 am 12. September 1990 beide Treffer zum 2:0-Sieg der Mannschaft von Trainer Eduard Geyer in Brüssel gegen Belgien.

Der damalige Dresdner traf in der 74. und 89. Minute im Constant-Vanden-Stock-Stadion vor nur 12.000 Zuschauern. „Erst im Nachhinein wurde mir bewusst, dass dieser Tag auch eine gewisse historische Bedeutung hatte. Im Vorfeld und an dem Tag selbst ging es nur darum, dass wir gewinnen“, berichtete „Ede“ Geyer später in einem Interview in seinem Buch „Eduard Geyer – Einwürfe“ zu diesem speziellen Match. Das DDR-Team war danach Geschichte, am 19. Dezember 1990 erfolgte in Stuttgart das Wiedervereinigungs-Länderspiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen die Schweiz (4:0) mit Sammer in der Startelf.

Geyer hatte für den letzten Auftritt 36 Spieler eingeladen, aber 22 sagten ab. „Da hätte ich mir gewünscht, dass sich die Spieler etwas charakterfester verabschiedet hätten“, sagte Geyer später. Aber auch die Spieler aus dem Osten, die in Brüssel zugegen waren, waren bei den Westklubs heiß begehrt. „Ich weiß noch sehr genau, wie nach dem Spiel plötzlich diverse Spielerberater um uns herumturnten. Es war beschämend, wie sich einige von denen aufführten“, berichtete Geyer. 

SID

Später wurde Sammer mit Deutschland Europameister. ©SID MAURIZIO BRAMBATTI

Fotos: SID

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