Hoffenheim: Reaktionen zum Skandalspiel, „Hoffenheim war ein Anfang“

Es war das Skandalspiel vom 24. Spieltag, schlimmer geht es wohl nicht mehr. TSG Hoffenheim gegen Bayern München. Der Endstand, völlig egal. Beleidigungen und Schmähplakate Richtung Dietmar Hopp.

Was diese Fans sich dabei denken, das werden normale Menschen wohl niemals erfahren. Beim Spiel Borussia Dortmund gegen SC Freiburg sah es mit den Beleidigungen nicht anders aus. Schmähgesänge der Dortmunder die von den Freiburgern noch unterstützt wurden.

Was wird der DFB jetzt unternehmen, um so ein Skandalspiel in Zukunft zu verhindern, was werden die Vereine unternehmen? Aus der Vergangenheit weiß man, das Videoaufzeichnungen kaum etwas bringen. Es sollen zwar überall Kameras im Stadion sein, seltsamerweise schaffen es die Vereine aber nur, immer eine handvoll (wenn überhaupt) Chaoten zu fassen.

Rummenigge: „Ich schäme mich zutiefst aus Sicht des FC Bayern für diese Chaoten. Es ist der Moment gekommen, wo der gesamte deutsche Fußball gemeinsamen Schrittes gegen diese Chaoten vorgehen muss.“

Rummenigge: „Wir müssen jetzt alle zusammenstehen. Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht, was in gewissen Kurven oder in vielen Kurven, eigentlich in allen, passiert ist.“

Rummenigge will massiv vorgehen: „Es muss aufhören. Ich werde mich mit dem heutigen Tag nicht mehr wegducken. Auch auf die Gefahr hin, dass ich irgendwann mit Leibwächtern durch die Gegend laufen muss.“

DFB-Chef Fritz Keller im aktuellen Sportstudio: „“Wir sind am Tiefpunkt angekommen. Wir haben Hassbilder und Neid in unserer Gesellschaft und jetzt auch im Fußball. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen. Jetzt muss durchgegriffen werden. So geht es nicht mehr weiter.“

Fritz Keller weiter: „Ich finde das eine Katastrophe, und ich möchte den beiden Mannschaften, den Schiedsrichtern und beiden Vereinen einfach gratulieren, wie sie gehandelt haben.“

Bei fcbayern.com gibt es weitere Informationen

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Die Verantwortlichen der Hass-Plakate haben auf der Internetseite „suedkurve-muenchen.org“, sich zu Wort gemeldet. Einsicht oder Reue haben die Initiatoren dabei nicht an den Tag gelegt. Irritierend: Ihr Hass richtet sich darin gar nicht gegen die Person Hopp, sondern gegen den DFB.

Plakate gegen Dietmar Hopp: Initiatoren erklären ihre Aktion

Berliner Morgenpost – Hoffenheim war ein Anfang

Er wolle sich nicht mehr wegducken, sagte der Boss des FC Bayern München aufgewühlt nach den Vorfällen in der Fußball-Bundesliga, wo sogenannte Ultra-Fans der Bayern den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp als Hurensohn beschimpften. Nicht nur in der Bayern-Kurve, auch in Köpenick bei Union tauchten am Sonntag solche Spruchbänder auf.

Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung zur Verrohung, die nicht nur im Sport zu beobachten ist, sondern auch in Internet-Foren. Nur hat der Pöbel, der so etwas tut, selten eine größere Bühne als den Fußball.

Deshalb ist es eine Chance für den Fußball, sogar den Sport insgesamt, im Kampf gegen den Verfall der Sitten voranzugehen. Am vergangenen Wochenende ist das ganz gut gelungen. Die Art und Weise, wie Münchner und Hoffenheimer Profis mit der Situation umgingen, war vorbildlich; viele Zuschauer standen auf und applaudierten ihnen. Ein Schlag ins Gesicht der Chaoten, die dastanden als das, was sie sind: Trottel.

Bei dieser einen Solidaritätsaktion darf es aber nicht bleiben. Auch bei den wiederkehrenden rassistischen Skandalen in Fußballarenen müssen Bosse, Spieler und Fans Zivilcourage zeigen, bevor noch mehr außer Kontrolle gerät. Wie es kürzlich in Münster geschah und ein Krakeeler, der einen Spieler wegen seiner Hautfarbe beleidigt hatte, nach Hinweisen aus dem Publikum dingfest gemacht werden konnte.

Es wäre deshalb zu schön, wenn Rummenigge und andere ihren Worten bald Taten folgen lassen würden. Dann wird vielleicht wirklich aus den Stadien verschwinden, was dort nichts verloren hat: Hass und Intoleranz.

Quelle Berliner Morgenpost

Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu den Hopp-Schmähungen

Seit Samstag ist klar: Teile der Fanszene wollen die Machtprobe mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Für sie sind das Fadenkreuzplakat und die Schmähkritik gegen Hoffenheims Dietmar Hopp zum Symbol gegen Kollektivstrafen geworden. Nicht erst jetzt rächt sich, was seit Jahrzehnten versäumt wurde.

Inakzeptable Verhaltensweisen rund um des Deutschen liebste Sportart wurden banalisiert, teilweise sogar romantisiert. Von den Vereinen, von Medien, bis hin in die DFB-Spitze. In diesen sich dadurch ständig auswachsenden Räumen diffusen Rechtsverständnisses wurde für einen immer größer werdenden Teil der Fanszene die Selbstinszenierung wichtiger als alles andere: „Nicht das Spiel ist das Ereignis, sondern wir sind es.“ Das ist die Botschaft, die an diesem Wochenende von erschreckend vielen Tribünen gesendet wurde.

Die Vertreter des FC Bayern München haben sich in Sinsheim vorbildlich verhalten. Doch schon am Tag danach wurde klar: Das reicht nicht. Diese Machtprobe ist nur dann zu gewinnen, wenn Verbände und Vereine langfristig und konsequent vorgehen – auch wenn es mal den eigenen Klub schmerzt. Und: Der Drei-Stufen-Plan des internationalen Fußball-Verbandes Fifa reicht nicht, um dieser Auswüchse Herr zu werden. Er lässt den Chaoten zu viel Spielraum.

Das solidarische Verhalten gegenüber Dietmar Hopp war richtig und wichtig. Auch bei rassistischen Auswüchsen ändert sich das Verhalten in Stadien, die Anständigen melden sich laut zu Wort. Es wurde höchste Zeit. Und doch kann das alles nur ein Anfang sein.

Quelle Westfalen-Blatt

Mitteldeutsche Zeitung zu Hasstiraden bei Bayern-Spiel

Die Sitten in unserer Gesellschaft verrohen zusehends. Keine neue Erkenntnis. Die Tribünen sind nur ein weiterer Ort, wo sich Kräfte breitmachen und artikulieren, die mit den Begriffen Respekt und Anstand nichts mehr anzufangen wissen.

Der Fußball hat die Tendenzen lange ignoriert – nun will er dagegen vorgehen. Man darf gespannt sein, wie die Absichtserklärung umgesetzt wird. Lob bekamen die Profis des Spiels in Hoffenheim für ihren spontanen Ballgeschiebe-Protest auf dem Rasen.

Beim Stand von 6:0 für die Bayern. Hätten die Münchner das Spiel von sich aus abgebrochen und auf die im engen Titelkampf so wichtigen Punkte verzichtet, weil ihre Fans sich inakzeptabel benehmen, dann wäre es ein wirklich starkes Zeichen gewesen.

Quelle Mitteldeutsche-Zeitung

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